Strand-Art statt Streetart

BEAUFORT04
http://www.beaufort04.be/ 

An der belgischen Küste werden Urlauber und Strandbesucher zur Zeit vielerorts von Kunstwerken überrascht. Noch bis zum 30.09.12 läuft die
4. Kunsttriennale BEAUFORT04 für zeitgenössische Kunst zwischen Knokke und de Panne. Wie der Name schon sagt, ist es die 4. „Kunst an der Küste“-Aktion. Kurator ist Phillip Van den Bossche, künstlerischer Leiter Jan Moeyaert. Das Event steht unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des Europarates Herrn Herman Van Rompuy.  

„Voor Beaufort04 maakte curator Phillip Van den Bossche een weloverwogen selectie van hedendaagse kunstenaars uit de 27 lidstaten van de Europese Unie. Zij spelen met nieuw of bestaand werk in op de niet museale omgeving en maken de ku(n)stbezoekers deelgenoot van een fantasierijke en imaginaire wereld. De vierde editie van de Triënnale voor hedendaagse kunst zorgt ongetwijfeld opnieuw voor zomerse beroering en kunstzinnige reflecties langs de Vlaamse kust.“

Eine Kunstkommission unter der Leitung von Konservator Phillip Van den Bossche und Intendant Jan Moeyaert hat eine Auswahl von Europäischen Gegenwartskünstlern getroffen. „Die ausgewählten Kunstwerke sind eine Widerspiegelung von dem, was sich auf der gegenwärtigen Europäischen Kunstplattform abspielt. Die Künstler …. lassen die Küsten- und Kunstbesucher an einer fantasiereichen und imaginären Welt teilnehmen.“

28 Künstler versetzten Kunstwerke aus der musealen Umgebung in die Küsten-Landschaft und schufen damit völlig neue Bezüge und Blickweisen. Die Werke wurden oftmals eigens für die Ausstellung geschaffen, zum Teil wurden schon existierende Arbeiten in den ungewohnten Kontext bracht. Auf der Künstlerliste befinden sich auch sehr bekannte Namen wie Jannis Kounellis und Magdalena Abakanowicz.
Ich hatte leider nur Gelegenheit, zwei der Arbeiten zu sehen. Diese will ich hier vorstellen:

Wenn man zentral in Nieuwpoort-Bad den Strand betritt, steht man vor einem Kunstwerk, das wie ein gestrandeter Wal anmutet, genauso aber auch an die in der Umgebung allerorten zu sehenden Bunkerruinen aus dem zweiten Weltkrieg erinnert. Es wirkt kompakt, aber zugleich auch leicht und zart. Es könnte ganz aus Beton sein. Die Aussenhaut sieht aus wie der Sand am Strand kurz nach einer Regenschauer, wenn nur die äußere Schicht naß geworden ist und die Tropfen ein Tupfenmuster hinterlassen haben. Wenn man näher herantritt, ahnt man, dass die Außenhaut sehr dünn sein könnte, obwohl sie tatsächlich aus Beton besteht, Beton, der auf ein Skelett aus einer Art Maschendraht aufgebracht wurde. Wenn man um die Skultur herum geht, entdeckt man einen Eingang, kann in eine Höhle schauen und begreift: sie ist innen hohl. Man kann sogar hineinkriechen. Dieses Objekt mit Namen Erratique wurde geschaffen von dem in Genf lebenden Schweizer Brüderpaar Cyril und Gregory Chapuisat. Sie sind vor allem in der Schweiz und in Frankreich bekannt.

(Für diejenigen, die mehr über die beiden Brüder erfahren möchten, hier ein Artikel über eine Ausstellung der beiden in Paris im Kunstbulletin.)

les freres chapsuit

les freres chapuisat 2

les freres chapuisat 5

les freres chapuisat 3

les freres chapuisat 4

les freres chapuisat 6

 http://www.beaufort04.be/nl/artistiek/19/les-freres-chapuisat-.html

Schlendert man in Oostende vom Bahnhof entlang der Fischstände und dem Fischmarkt zum Strand, steht man vor den Rock Strangers von Arne Quinze. Der belgische Künstler  lebt ganz in der Nähe in Sint-Martens-Latem bei Gent. Bekannt geworden ist er in Deutschland vor allem dadurch, dass er kurze Zeit mit Barbara Becker verheiratet war. Aber er hat eine internationale Reputation. Die knallroten im Sonnenlicht glänzenden Rock Strangers heben sich wunderbar vor dem  blauen Himmel und dem Sand des Strandes ab und bilden einen schönen Kontrast zu den benachbarten Wohngebäuden der Stadt. Sie wirken gleichzeitig imposant und fragil. Vermutlich verbirgt sich dahinter ebenfalls eine Maschendraht-Komposition mit einem dünnen rot lackierten Überzug. „Quinze bekritiseert met zijn sculpturen de steeds sterkere veralgemening in de stedenbouw.“

http://www.beaufort04.be/nl/artistiek/26/arne-quinze-.html

arne quinze

arne quinze 2

arne quinze 3

Immer werden auch einige der Kunstwerke angekauft und verbleiben zum Teil am ursprünglichen Ort.  Le Vent souffle où il veut von Daniel Buren von Beaufort03 ist von seiner ursprünglichen Position am Strand an den Yachthafen von Nieuwpoort umgesiedelt worden.

daniel buren

daniel buren 2

daniel buren 3

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