Wo geht das Licht hin, wenn du die Kerze ausbläst?

In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist alles ein bisschen anders, von allem ein bisschen mehr. Mehr Hektik, mehr Überschwang, mehr Liebe, mehr Gerührtsein. Wir fühlen uns einander näher, spüren Verbundenheit mit allem, denken an alte Freunde. Wir verabschieden Altes, alte Gewohnheiten und Glaubenssätze, die nicht mehr zu uns passen. Wir ziehen uns zurück, besinnen uns, werden ein bisschen stiller als sonst. Und gleichzeitig ist da diese Vorfreude und Neugier auf all das, was das neue Jahr uns bringen wird. Wir sind ein bisschen aufgeregt, machen Pläne, fassen Vorsätze.

Die Zeit zwischen den Jahren ist besonders, sie ist geprägt von Abschied und Neubeginn in Einem. In den Nächten spüren wir es besonders stark. Es liegt etwas Weihevolles in der Luft. Die 12 Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar werden Rauhnächte genannt. Es heißt, in diesen Nächten werden die Tore durchlässig zur Anderswelt, zur nicht sichtbaren Welt. Man sagt, jede der Nächte steht symbolisch für einen Monat des nächsten Jahres. Sie dienen der Vorbereitung des Neuen Jahres. Dabei heißt es, die ersten sechs Nächte dienen dem Loslassen des Alten und die zweiten sechs Nächte sind die Vorschau auf das Neue.

Bei einem adventlichen Treffen beschäftigten wir uns mit der Frage, über die der Psychophysiker Ernst Mach in seinem Buch ‚Werk und Wirkung‘ (1988 Wien) berichtet. Sein vierjähriger Sohn hatte ihm eines Abends die Frage gestellt, wo denn das Licht hinkäme, wenn die Kerze gelöscht werde und das Licht nicht mehr in der Stube sei. Das Löschen des Lichtes kann man als einen Akt des Loslassens betrachten. Aber wo geht es nun hin, das Licht? In unserer Runde kamen ganz erstaunliche Ideen zu dieser Frage auf, von das Licht fährt mit dem Bus nach Hause und macht Feierabend bis die Flamme sucht sich einen Kerzenladen und scheint dort weiter.

Ich möchte dich einladen, dir deine Geschichte auszudenken und niederschreiben zu der Frage: Wohin geht das Licht, wenn ich die Kerze ausblase?

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